Wir statteten dem Visitor Center einen Besuch ab und da es schon spaet war machten wir uns gleich in Richtung Campground auf. In den Nationalparks sind die Campgrounds alle staatlich betrieben. Sie unterscheiden sich von den privaten Campgrounds durch geringfuegig weniger Komfort (zum Beispiel keine Seife und keine Papiertuecher in den WCs). Dafuer sind die Staatlichen viel besser in die Natur integriert, es hat massig Baeume und das Feuerholz kostet eine Pauschale. Einzelne Buendel an den Tankstellen oder in den privaten Campgrounds sind naemlich recht teuer.
Frohen Mutes bedienten wir uns also am Feuerholz und entfachten ein Feuerchen um den geschenkten Speck ordnungsgemaess erwaermen zu koennen. Ein paar Gummel landeten per Flugparabel in der Glut. Wir wunderten uns ueber die zahlreichen Loecher um die Feuerstelle. Welche Mitbewohner da wohl hausen moegen? Das Raetsel wurde am naechsten Morgen gelueftet, das Begruessungskomitee war ueberwaeltigend. Mehr als ein halbes Dutzend Tierchen der Gattung Golden-mantled Ground Squirrel tollten um uns herum und zeigten sich ueberhaupt nicht menschenscheu.
An diesem Tag starteten wir unsere erste Wanderung entlang dem Spray River, einem wunderschoenen Nebenfluss, der in Banff in den Bow River muendet. Wir waehlten den inoffiziellen Weg, viel naeher am Wasser und nicht die fuer Bikes und Pferde verbreiterte Beinahe-Autobahn. Hat sich sehr gelohnt, eine praechtige Flora und viele Tierchen begleiteten uns. Sogar ein White-Tailed Deer sprang in kurzer Distanz vor uns ueber die Strasse und schaute uns dann lange mit seinen ueberaus grossen Ohren an. Die Tiere werden also immer groesser, und das nicht bloss wegen des Fernglases.
Muehsame kleine Tierchen begleiten uns aber immer noch: diese haesslichen Moskitos schlagen immer wieder arg zu. Arno wurde an den Armen grob zugerichtet. Komischerweise wollten - bei dieser Wanderung zumindest - die Dinger von Daniela nichts mehr wissen. So lernen wir also, den Anti-Mueckenspray schon morgens nach dem Aufstehen zu benutzen. Am Abend genossen wir im "The Keg" ein herrliches Steak. Das war sowas von lecker!
Am Mittwoch konnten wir - oh Wunder - relativ frueh aufbrechen zu unserer Wanderung auf den Sulphur Mountain. Wir waren ziemlich ueberrascht und erfreut ueber das herrliche Wetter, entgegen den vor 2 Tagen vorausgesagten Verhaeltnissen. Auf dem Weg nach oben begegneten wir nicht sonderlich vielen Touris, einige Tiere zeigten sich ebenfalls. Es gibt hier auch viele Schmetterlinge zu sehen, einer schoener als der andere.Oben angekommen freuten wir uns ueber das aufstiegsbelohnende Panorama ueber Banff und das Bow Valley! Die Weitsicht war atemberaubend!
Sicht auf Banff und den Bow River, linkerhand Cascade Mountain (2998 m)
Es windete aehnlich wie auf dem Jungfraujoch, so mussten wir die Muetzen immer wieder gut festhalten. Dank den Jacken aus dem Rucksack mussten wir nicht allzusehr frieren wie andere Touris in T-Shirt und kurzen Hosen. Den Weg nach unten ueberliessen wir teilweise der Schwerkraft - und Schweizer Handwerk: Die Gondel wurde naemlich von Garaventa installiert.
Fuer heute Donnerstag war Regen mit Blitz und Donner bei hoechstens 12 Grad angekuendigt. Bullseye! Wobei die 12 Grad sogar noch optimistisch zu bewerten sind. Wir haben ausgeschlafen, den ersten Defekt am Camper verursacht (ein Ast war dem Dachlicht im Weg, oder umgekehrt) und sind zum Lake Minnewanka gefahren. Sehr malerisch und die Strassen und Parkplaetze waren wie leergefegt. Ein kurzer Spaziergang musste uns dann genuegen, es regnete immer wieder. Wir stockten die Lebensmittelvorraete auf und verbrachten etwas Zeit im Internet...
Jetzt geht's weiter in Richtung Norden, aber nur wenige Kilometer. Wir moechten den Johnston Canyon bewandern und der Campground davon ist unweit von Banff. Wir vetrauen der Prognose fuer morgen: Wieder sonniger und etwa 17 Grad.
