Donnerstag, 10. Juli 2008

Discover Banff

Vergangenen Montag wollten wir frueh aufbrechen, um fuer Daniela noch einen warmen Fleece-Pullover zu kaufen. Einmal mehr jedoch ging unser Konzept von "spaet hinein und frueh heraus" nicht wirklich auf. Es war Mittag, bis wir im Einkaufszenter (Market Mall, nicht Chinook, lag naeher am Weg) eintrafen. Einen Pullover und eine Mahlzeit spaeter konnten wir dann doch noch den Weg nach Banff unter die Raeder nehmen.

Wir statteten dem Visitor Center einen Besuch ab und da es schon spaet war machten wir uns gleich in Richtung Campground auf. In den Nationalparks sind die Campgrounds alle staatlich betrieben. Sie unterscheiden sich von den privaten Campgrounds durch geringfuegig weniger Komfort (zum Beispiel keine Seife und keine Papiertuecher in den WCs). Dafuer sind die Staatlichen viel besser in die Natur integriert, es hat massig Baeume und das Feuerholz kostet eine Pauschale. Einzelne Buendel an den Tankstellen oder in den privaten Campgrounds sind naemlich recht teuer.

Frohen Mutes bedienten wir uns also am Feuerholz und entfachten ein Feuerchen um den geschenkten Speck ordnungsgemaess erwaermen zu koennen. Ein paar Gummel landeten per Flugparabel in der Glut. Wir wunderten uns ueber die zahlreichen Loecher um die Feuerstelle. Welche Mitbewohner da wohl hausen moegen? Das Raetsel wurde am naechsten Morgen gelueftet, das Begruessungskomitee war ueberwaeltigend. Mehr als ein halbes Dutzend Tierchen der Gattung Golden-mantled Ground Squirrel tollten um uns herum und zeigten sich ueberhaupt nicht menschenscheu.

Auesserst zahm und niedlich

An diesem Tag starteten wir unsere erste Wanderung entlang dem Spray River, einem wunderschoenen Nebenfluss, der in Banff in den Bow River muendet. Wir waehlten den inoffiziellen Weg, viel naeher am Wasser und nicht die fuer Bikes und Pferde verbreiterte Beinahe-Autobahn. Hat sich sehr gelohnt, eine praechtige Flora und viele Tierchen begleiteten uns. Sogar ein White-Tailed Deer sprang in kurzer Distanz vor uns ueber die Strasse und schaute uns dann lange mit seinen ueberaus grossen Ohren an. Die Tiere werden also immer groesser, und das nicht bloss wegen des Fernglases.

Spray River, etwa 4 km vor Banff

Muehsame kleine Tierchen begleiten uns aber immer noch: diese haesslichen Moskitos schlagen immer wieder arg zu. Arno wurde an den Armen grob zugerichtet. Komischerweise wollten - bei dieser Wanderung zumindest - die Dinger von Daniela nichts mehr wissen. So lernen wir also, den Anti-Mueckenspray schon morgens nach dem Aufstehen zu benutzen. Am Abend genossen wir im "The Keg" ein herrliches Steak. Das war sowas von lecker!

Am Mittwoch konnten wir - oh Wunder - relativ frueh aufbrechen zu unserer Wanderung auf den Sulphur Mountain. Wir waren ziemlich ueberrascht und erfreut ueber das herrliche Wetter, entgegen den vor 2 Tagen vorausgesagten Verhaeltnissen. Auf dem Weg nach oben begegneten wir nicht sonderlich vielen Touris, einige Tiere zeigten sich ebenfalls. Es gibt hier auch viele Schmetterlinge zu sehen, einer schoener als der andere.

Oben angekommen freuten wir uns ueber das aufstiegsbelohnende Panorama ueber Banff und das Bow Valley! Die Weitsicht war atemberaubend!

Sicht auf Banff und den Bow River, linkerhand Cascade Mountain (2998 m)

Es windete aehnlich wie auf dem Jungfraujoch, so mussten wir die Muetzen immer wieder gut festhalten. Dank den Jacken aus dem Rucksack mussten wir nicht allzusehr frieren wie andere Touris in T-Shirt und kurzen Hosen. Den Weg nach unten ueberliessen wir teilweise der Schwerkraft - und Schweizer Handwerk: Die Gondel wurde naemlich von Garaventa installiert.

Touristen verdecken die schoene Aussicht!

Die nachstehende Aktion begeisterte uns angesichts der happigen Preise weniger: Unsere Waesche wollte mal wieder gewaschen werden und so verbrachten wir die naechsten 2 Stunden in der Laundry (4 $ pro Maschine!). Danach haben wir mexikanisch gegessen und die Wahl des Restaurants lohnte sich durchaus! Der Service hier ist absolut spitzenmaessig.

Fuer heute Donnerstag war Regen mit Blitz und Donner bei hoechstens 12 Grad angekuendigt. Bullseye! Wobei die 12 Grad sogar noch optimistisch zu bewerten sind. Wir haben ausgeschlafen, den ersten Defekt am Camper verursacht (ein Ast war dem Dachlicht im Weg, oder umgekehrt) und sind zum Lake Minnewanka gefahren. Sehr malerisch und die Strassen und Parkplaetze waren wie leergefegt. Ein kurzer Spaziergang musste uns dann genuegen, es regnete immer wieder. Wir stockten die Lebensmittelvorraete auf und verbrachten etwas Zeit im Internet...

Jetzt geht's weiter in Richtung Norden, aber nur wenige Kilometer. Wir moechten den Johnston Canyon bewandern und der Campground davon ist unweit von Banff. Wir vetrauen der Prognose fuer morgen: Wieder sonniger und etwa 17 Grad.

Montag, 7. Juli 2008

Get your head in a hat!

Calgary wurde besucht, die Schuhsohlen abgelaufen und die Stampede hat auch schon begonnen. Aber schoen der Reihe nach.

Wie vielleicht bemerkt wurde, gibt es keinen Tageseintrag mehr, dafuer ist die Sache doch zu aufwendig. Wir wollen auch noch was sehen, und nicht bloss ueber die Neuigkeiten informieren :-)
Wir hoffen, im Zeitraffermodus falle nichts Erhebliches unter den Tisch.

Calgary
Am Dienstag haben wir erstmal Calgary erkundet. Die Stadt selbst ist nicht unbedingt gross und auch nicht sonderlich schoen. Sie gleicht mehr einer riesigen Baustelle. Im Zentrum wird wie wild gebaut. War der Calgary-Tower vor 20 Jahren noch das hoechste Bauwerk weit und breit, geht er heute zwischen den Wolkenkratzern fast unter.

Der sehenswerte Teil bildet die schon erwaehnte Stephen Avenue mit einigen Shoppingmalls - die natuerlich teilweise besucht wurden. Unter anderem wurde ein Fernglas erworben. Wenn's nur noch Kleintier zu sichten geben sollte, dann erscheinen diese damit wenigstens eindrucksvoll gross und gefaehrlich. Schliesslich musste auch ein passendes Outfit fuer die Stampede her. Ein Hut und ein Paar Stiefel sollten's schon sein. Und da Mann und Frau eben waehlerisch sind, brauchte das seine Zeit.

Zu unserer Freude hat uns ein Deutsches Ehepaar am Abend ihre Vorraete weitergegeben, da sie am naechsten Tag abreisten. Als Dank haben wir sie zu einem Martini eingeladen (so ziemlich das Einzige was wir anzubieten hatten). Wir redeten bis in alle Nacht und vergassen prompt die Waesche. Natuerlich war jetzt die Laundry geschlossen und am naechsten Morgen hatten wir wegen der Parade keine Moeglichkeit mehr, diese zu holen. So blieb die Waesche halt 1,5 Tage im Tumbler liegen...

The greatest outdoor show on earth
Am Freitag Morgen besuchten wir dann die Stampede Parade. Die Stampede geht hier unter dem Motto "The greatest outdoor show on earth" ueber die Buehne. Das ist sie vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Im Herzen als Rodeofestival geboren ist einiges dazugekommen, auf uns wirkte das wie eine Mischung aus Fasnacht und Chilbi. Die Parade glich denn auch einem Fasnachtsumzug und die Strassen waren dementsprechend belagert. Als Nordamerikaner ist BYOC (Bring your own chair) ein angeborenes Verhalten (wie dem Bauer der Melkstuhl). Der Route entlang waren lauter Stuehle zu sehen, vereinzelt auch Schlafsaecke. Wie wichtig den Einwohnern von Calgary die Stampede ist, wurde uns mehrmals bewusst, als wir Leute darauf ansprachen. Viele nehmen dafuer die 10 Tage frei, Geschaefte haben nur halbtags geoeffnet, Fahrplaene sind mit Ausnahmen versehen und Strassen werden gesperrt.

Nach der Parade wurden die durchgefrorenen Glieder wieder gefuehlvoll - mit einem zuenftigen Drink - erwaermt. Das Wetter in und um Calgary ist mehr als komisch. Wir hatten nur zwei strahlend schoene Tage, der Rest war durchwachsen. Von wolkig bis rabenschwarze Nacht um drei Uhr nachmittags gibt's zu unserem Erstaunen noch ziemlich viel dazwischen. Auch die Temperatur entspricht eher unseren Vorstellungen von Nordkanada. 25 Grad sind das hoechste der Gefuehle, weit weniger die Regel.

Come down get away
Wir besuchten natuerlich ein Rodeo im Stampede Ground. Das findet am Nachmittag statt, dauert mehr als 2 Stunden und ist sehr abwechslungsreich. Alle Wettbewerbssparten finden jeden Tag statt, zum Beispiel "Bareback", "Bull riding" und "Saddle Bronc". Zu Deutsch: Zu Ross ohne Sattel, Bullen reiten und wieder Hafertraktor, diesmal gesattelt.

Bull Riding

Neben dem Rodeo finden auch andere tierische Wettbewerbe statt. Das "World Stock Dog Championship" hat uns sehr amuesiert. Ein Hund mit Herrchen versucht dabei drei Schafe zuerst um zwei Tonnen und eine Gatter-Verengung zu fuehren. Zum Schluss sollen die daemlichen Tiere (sorry, aber wenn der Hund nicht in der Naehe ist, stehen die einfach bloed da und geben Laute von sich - Baaeeehh ;-) in einen Pferch getrieben werden. Wie bei allen Wettbewerben ist alles streng reglementiert: Der Hirte darf den Hund nur mit Pfiffen "lenken" und sich kaum bewegen. Der Hund darf weder die Schafe beruehren noch bellen. Nach 4 Minuten ist der Spass vorbei. Wenig Zeit, wie wir feststellen konnten. Aber trotzende Schafe sind einfach zu drollig und so war Daniela die einzige im ganzen Saddledome die immer wieder losprustete.

Stampede Grounds, Calgary downtown im Hintergrund

Ein Besuch der Grand evening show stand natuerlich auch noch auf dem Programm. Das Wagenrennen (Chuckwagon) war maessig spannend, vielleicht auch deshalb, weil es wie aus Kuebeln zu schuetten begann. Der Showteil war schoen und witzig gestaltet und das abschliessende Feuerwerk einfach toll.

Alles in Allem hat uns die fuenfte Jahrszeit von Calgary sehr gefallen - und ist definitiv sehenswert! Vor allem da es hier die von uns ueber alles geliebten "Those little donuts" gibt! Wir haben die Dinger im 2003 in Vancouver an der PNE genossen und wie in Erfahrung zu bringen ist, gibt's die praktisch an jeder Chilbi, aber halt nur dort - wie bei uns Zuckerwatte. Auf Wiedersehen in Edmonton an den Klondike Days, Yiihaa!

Ja, bei den kleinen Dingern freuen sich alle!

Dienstag, 1. Juli 2008

Calgary – Heart of the New West

Das erste Mal in unserem wohlverdienten (!) Urlaub, in dem wir bis in die Mittagsstunden ausschlafen. Hach, war das ueberfaellig.

Calgary ist um ein paar Grad kuehler als was wir bisher so erlebt haben, also ziemlich schweizerisch. Grauer Himmel, 16-19 Grad und sporadischer Regen. Na toll. Immerhin meinte der kanadische Bucheli, auf die Stampede hin am Wochenende sollte es 25 Grad und schoen werden. Mal sehen ob die Ueberseevariante des Wettermanns zuverlaessiger ist als unsere.

Auf dem Weg nach Downtown beim Abbiegen gab Daniela folgenden Kommentar von sich: "Achtung! Da Mensch!" (Anmerkung Daniela: Es haet ja au muesse schnell gah!).

Parkplaetze in Downtown zu finden ist ziemlich schwierig und teuer. Anfaengerglueck oder Koennen :). Auf jeden Fall kriegten wir einen Parkplatz ohne Suchen und kriegten von einer freundlichen Dame auch gleich das noch 2 Stunden lang gueltige Ticket. Dies dank Daniela, die im Camper noch eine "kurze" Ewigkeit verbrachte, um lange Hosen und Jacke zu montieren. Der Kauf einer warmen Jacke wird wohl nicht lange auf sich warten lassen!

Der Stadtkern zeigt einige schoene Sachen und der Tower wird sicher auch noch unseren Besuch erhalten. Heute ist ja der 1. Juli und somit Canada Day. Trotz dieses Feiertages und der Feierlichkeiten wirkte die Fussgaengerzone (Stephen Avenue) ziemlich ausgestorben.

Zurueck im Campground hat Daniela den Moskitospray vergessen als sie 2 weitere Naechte im Office buchte und kam noch verstochener zurueck. Arno hat hier mehr Glueck. Fazit nach 4 Tagen campen: 21 Mueckenstiche zieren Daniela's Waden. Zur Feier des Tages liessen wir den Korken im sprichwoertlichen Sinne knallen. Der Korken kam ca. 10 m entfernt neben einer Motorhaube zu liegen. Dieser Spass zog etliche Blicke auf sich, was uns noch mehr lachen liess. Weiss nicht wo Arno mit den Gedanken war. Daniela sagte "Prost" und Arno erwiderte "Tschuess...." - wir fingen an loszuprusten, er hat den Versprecher sogleich bemerkt :).

Ach ja: Tanken ist auch hier nicht guenstig (Diesel ist teurer als Benzin) und der Truck erweist sich erwartungsgemaess als ziemlich durstig. Wir haben bis jetzt 2 mal getankt: 231 Liter fuer ca. 1'100 km, der Literpreis bewegt sich so um die 1.42 $.

Die naechsten Tage sind fuer Calgary eingeplant, am Freitag geht die Stampede los und da wollen wir auch noch vorbeischauen. Die Baeren und anderes Getier koennen ihre Ruhe vorlaeufig noch geniessen.

Montag, 30. Juni 2008

Alles Nasse kommt von oben

Zuerst am Morgen, unter der Dusche. Das war angenehm frisch, der Tag startete schon wieder sehr warm, ueber 20 Grad bereits um acht Uhr.

Wir packten unsere Sachen zusammen und machten uns erneut auf den Weg in den Mt. Revelstoke NP. Diesmal jedoch in eine andere Ecke, 20 km oestlich von Revelstoke. Wir stellten unser Gefaehrt ab und besuchten den Giant Cedars Boardwalk Trail. Das ist ein Stueckchen Regenwald in den Rockies und absolut naturbelassen. Wie die Yankees haben auch die Kanadier einen Sicherheitstick, es war kein Stueck Waldboden unter der Sohle der Turnschuhe zu finden. Bretterboden mit Gelaender, beinahe ueberall. Aber das restliche drumherum war wirklich atemberaubend schoen!

Auch haben sich wieder Tierchen von uns sichten lassen. Spinnen posierten in ihren Netzen, Raupen, nun ja, raupten sich ueber den Weg und Schmetterlinge genossen die wenigen Sonnenstrahlen auf ihren Fluegeln. Ja, die grossen Tiere lassen noch auf sich warten, aber wer grosses vorhat, muss das auch mit einem kleinen Schritt tun ;)

Als wir uns dann auf den Weg nach Calgary machten, setzte ein netter Platzregen ein und Daniela schwaermte von der wunderschoenen Stimmung, waehrend Arno der Sonne nachtrauerte. Wir erreichten Calgary erst am Abend und horchten schon frueh an der Matratze.

Sonntag, 29. Juni 2008

Schneegrenze: 1600 m

Frueh aufstehen war diesmal nicht ein grosses Problem, die Sonne brannte schon frueh auf uns und den Camper herunter und heizte das Plastikgefaehrt dementsprechend auf.

Wir fuhren am Westufer des Okanagan Lake entlang. Das war nicht die Hauptverkehrsverbindung und so konnten wir die herrliche Gegend praktisch verkehrslos geniessen. Wunderschoen! Der See schien irgendwie nicht zu enden. Die Groesse und Weite des Landes praesentierte sich so vorzueglich :).

Wiederum keiner grossen Eile ausgesetzt buchten wir einen Platz auf einem Campground in Revelstoke. Vor 5 Jahren hatte es uns dieser niedliche Ort bereits angetan und so beschlossen wir, uns etwas laenger dort aufzuhalten. Das war auch bitter noetig, die erste Halbzeit war bereits zu Ende. Ja, zu unserem Erstaunen wissen hier viele Bescheid, was in Europa sporttechnisch vor sich geht. So lautete unsere erste Frage im Visitor Center denn auch, wo der naechste Fernseher sei. Die Dame meinte, das Regent Inn Pub sei eine gute Anlaufstelle und tatsaechlich war das halbe Pub mit Europaeren gefuellt. Deutsch und Schweizerdeutsch waren haeufig gehoert und so gesellten wir uns fuer die zweite Halbzeit und einem Mittagessen dazu.

Unsere fruehe Ankunft am Nachmittag ermoeglichte uns einen Besuch im Mount Revelstoke National Park. Die Strasse zum Gipfel ist 26 km lang, doch ist aufgrund des noch verbleibenden Schnees nach 22 km Schluss, wurde uns beim Eintritt in den Park mitgeteilt. Wirklich geglaubt haben wir das nicht. Die Strasse war kurvig, fast wie bei uns in den Alpen, aber asphaltiert und vier Meter breit. Oben angekommen staunten wir nicht schlecht: Ca. 15cm Schnee bedeckten die Strasse. Schneebaelle basteln war trotz des nassen Grundmaterials immer noch moeglich, anwerfen natuerlich auch, zumal der Getroffene in kurzen Hosen und T-Shirt einen schnellen Kaelteschock erleidete.
Zurueck im Staedtchen Revelstoke stellten wir unseren Camper am Strassenrand ab. Das kleine Zentrum ist sehr schoen gestaltet, den Anfang der Strasse des Grizzly Plaza war von riesigen Gussbaeren eingerahmt. Wow! Hier genossen wir einen kuehlen Drink und lauschten den Klaengen der jeden Sonntag aufspielenden Jazzformation.

Samstag, 28. Juni 2008

Von Hope nach Kelowna

Nach einer eher kuehlen Nacht machten wir uns gemuetlich auf den Weg nach Norden. Kein definitives Etappenziel vor Augen habend fuhren wir bei aeusserst warmen Temperaturen in Richtung Okanagan Valley.

Vor fuenf Jahren naechtigten wir schon einmal in dieser Gegend, leider liessen die damals herrschenden Waldbraende und die Evakuationen der Bevoelkerung von Kelowna keine allzu schoenen Urlaubserinnerungen zu. Die Nachwirkungen sind immer noch sichtbar, besonders die leucht-gruenen Waldbereiche, die nachwachsen.

Die Region ist bekannt fuer ihre vorzueglichen Weine. Hier herrscht ein recht trockenes Klima, das Meer ist in weiter Ferne. Verbunden mit der momentan herrschenden Hitze (32 Grad) bekommt eine Rebe ideale Voraussetzungen.

Nachdem eines dieser Troepfchen gekauft wurde, stellten wir den Camper auf den Parkplatz des Bear Creek Provincial Park ab und stiegen in die Badeausruestung. Der Okanagan Lake war sehr erfrischend, um nicht zu sagen huere chalt.

Freitag, 27. Juni 2008

We're now beyond Hope...

Entgegen allen Befuerchtungen (Hoffnungen?) hat uns noch kein Baer gefressen, geschweige denn gefunden. Doch dazu spaeter mehr.

Vorweg vielen Dank fuer die lieben Glueckwuensche, wir freuen uns sehr darueber. Und die Tastaturen hier nerven, ohne Umlaute laesst sich kaum anstaendig schreiben. So.

Die Abfahrt stand nun unweit bevor, doch waren vorab noch weitere Einkaeufe noetig. Die Geduld von Mike wurde noch mehr strapaziert. Wir hatten einige Muehe, bei dieser abartigen Auswahl das Gewuenschte auch tatsaechlich zu finden. Um 14 Uhr fuhren wir dann los! Das Wetter zeigte sich von der schoensten Seite - es war keine Wolke zu sehen und warm war es auch - herrlich! Wir freuten uns riesig auf die erste Nacht im Camper, die wir in Hope verbrachten. Allerdings waren wir ueber die grosse Anzahl der aggressiven Moskitos gar nicht erfreut, zumal wir uns noch gar nicht im Norden befinden.

Zurueck zum Baer. Das gesichtete Tier waere nicht in der Lage gewesen uns zu seiner naechsten Mahlzeit zu verspeisen. Es war zwar durchaus gefaehrlich anzusehen, und da man Tiere beim Nestbau ja bekanntlich nicht stoeren soll, verhielten wir uns unauffaellig und bestaunten das niedliche Eichhoernchen lediglich. Gar nicht menschenscheu, wagte es sich mit Gestruepp im Maul knapp an unserem Tisch vorbei.

Donnerstag, 26. Juni 2008

If you can't Dodge it, RAM it

Nach einer Nacht die eigentlich lang genug gewesen waere, aber eben doch zu kurz war, machten wir uns zusammen mit Onkel Mike auf den Weg zu Fraserway um unseren Camper in Empfang zu nehmen.

Zu unserer und deren Ueberraschung trafen wir Reto und Daniela dort an, die ihr Gefaehrt soeben abgegeben haben. Ihre Reise endete am naechsten Tag, unsere sollte erst beginnen.

Wir erledigten den Papierkram und machten uns auf dem Weg zum Camper. Ein Mann von Fraserway sollte noch folgen und uns instruieren. Warten liegt uns jedoch nicht so und Arno fand kurzerhand den Schluessel. Also auf eigene Faust erkunden.

Boah ey, das Ding ist brandneu, drei Monate alt und erst 8000 km drauf! Einen Dodge RAM 3500 mit einem 6,7 Liter Cummins Diesel haben die uns hingestellt. Der Camperaufsatz ist um einiges geraeumiger, als wir uns vorgestellt hatten. Tisch und zwei Baenke, Gasherd mit Ofen, Doppelspuelbecken, Dusche und genug Ablagefaecher, wir sind begeistert! Ok, Arno waere ein Benziner lieber gewesen, die Traktorengeraeusche sind schon recht uebel.


Der Herr ist dann doch noch aufgetaucht und so konnten wir den Camper guten Gewissens mitnehmen. Am Nachmittag gingen wir einkaufen, Grundnahrungsmittel und ein paar andere Dinge fuer das Camperleben waren noetig.

Am Abend folgte ein richtig gutes BBQ bei meiner Cousine, deren Sproessling Eric 8 wurde. Es fand sich die ganze Familie ein um einen schoenen Abend zu verbringen.

Mittwoch, 25. Juni 2008

Ankunft in Vancouver

Vancouver zeigte sich von der schoenen Seite, Sonne, milde 23 (gopferteli, wo ist den hier das Grad-Zeichen?) Grad. Onkel Mike und Tante Mary standen bereits am Gepaeckband bereit und nach einer weiteren Wartepause ging's in Richtung Mini-Van um die Koffer zu verstauen. Richtig, Chevy Astro, Chrysler Grand Voyager und so weiter sind Mini-Vans - nicht Vans wie wir Europaer glauben. Ein Van ist ein Bus. Jawohl.

Der Abend war kurz, Mary hat leckere Lasagne gemacht und nach ein paar gespritzten Weissen haben wir noch Arnos Vater angerufen (um sechs Uhr morgens, aber er wollte das so, ehrlich!) und Bescheid ueber den bisher hoechst erfreulichen Reiseverlauf gegeben.

Fliegen made in Canada

Der Flug dauert rund eine Stunde laenger als geplant (Gate-to-Gate 8:55), aber wenigstens war er ueberdurchschnittlich komfortabel. Angenehme Beinfreiheit (trotz Economy und kein Sitz am Notausgang) und ein Entertainment-System das den Namen verdient: Monitor in der vorderen Sitzlehne, Musik (Sparten, Alben), Filme aus allen Sparten on demand - und es funktionierte sogar reibungslos!

Leider brachte uns die Verspaetung eine kleine Hetzerei in Toronto ein, wobei mir einfaellt zu erwaehnen das entweder die Wetterbedingungen tatsaechlich miserabel waren oder aber die Piloten verabscheuungswuerdige Amateure. Das schaukelte wie in einem Kleinflugzeug ueber der Wueste - zum Glueck ohne dessen Ende.

Am Zoll angekommen stellten wir uns brav in die Reihe und beantworteten abermals brav die Fragen des Beamten. Bei der Dauer des Aufenthaltes (61 Tage) fragte er, was wir den solange machen wollen. Auf die Antwort, den Yukon zu bereisen, konnten wir an seinem Gesichtsausdruck sehen, dass er am liebsten tauschen wuerde. Ohne weitere Fragen liess er uns passieren.

Wir nahmen unser Gepaeck entgegen, und machten uns zuegig zum Ausgang fuer die Transferfluege. Bitte keine Kontrolle, bis wir unsere drei Koffer mit all der Schokolade und den Chips (Zweifel Paprika-Chips gibt's hier nicht, die Verwandtschaft liebt aber eben diese) wieder zu haetten, waere der Flug laengst gegangen.

Dieser Zollbeamte zeigte sich maessig motiviert in unserer Unterwaesche zu wuehlen und winkte uns durch. Einen Kaffee und einen Donut spaeter waren wir auch schon wieder im Flieger, der uns rund 4,5 Stunden spaeter sicher in Vancouver absetzen sollte.